Wo es in der Praxis heikel wird
Meine Erfahrungen in der Wirtschaftsprüfung haben mir gezeigt, dass in vielen Unternehmen das Risiko nicht mit einem großen Fehler beginnt, sondern mit kleinen Verschiebungen: eine Rückstellung, die lieber noch nicht gebildet wird, ein Wertansatz, der etwas zu freundlich ausfällt, eine Abgrenzung, die erst im nächsten Jahr erledigt werden soll. Solche Punkte wirken im Alltag oft handhabbar. In der Prüfung sind sie es nicht. Denn wenn Bilanzierungsregeln nicht sauber eingehalten werden, steht schnell die Verlässlichkeit des gesamten Abschlusses im Raum. Genau deshalb prüft der Abschlussprüfer nicht nur das fertige Zahlenwerk, sondern bezieht die Buchführung in die Prüfung ein und beurteilt, ob der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Das Ergebnis schlägt sich wiederum im Bestätigungsvermerk oder in der Glaubwürdigkeit nieder.